Liebe Pferde- und Tierfreunde,

seit 30 Jahren befasse ich mich mit der Verhaltensweise und Psyche der Pferde. Dabei kam ich zu der erschreckenden Erkenntnis, dass das Pferd wohl eines der ältesten, mit Sicherheit aber das am wenigsten verstandene Haustier ist. Das Pferd ist eines der wenigen Tiere, dem die Schöpfung außer einem leisen Stöhnen keinen Schmerzschrei mitgegeben hat. Sie müssen Schmerzen stumm erleiden. Pferde können wiehern wie Hunde bellen, doch Hunde bellen nicht bei Schmerz, sie jaulen herzerweichend. Natürlich ist dieser fehlende Schmerzschrei in der Natur eine Chance zum Überleben, sonst würde ein verletztes Pferd seinen Feinden ankündigen, dass eine wehrlose Beute zu fangen ist. Leider habe ich als Erster in meinem Buch „Ohne Peitsche - Ohne Sporen“, das auf der Bestsellerliste stand, über den fehlenden Schmerzschrei geschrieben.
Die Unfähigkeit der Pferde bei Schmerzen zu schreien führt dazu, dass sie in der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt in Schlachttiertransporten gequält, im Hochleistungssport gnadenlos überfordert und in der Haltung sträflich vernachlässigt werden können. Aus diesem Grund verdient der über Jahrtausende treueste Helfer des Menschen besondere Aufmerksamkeit, angemessene Behandlung und unseren besonderen Schutz.

Deshalb habe ich mit Gleichgesinnten den Europäischen Pferdeschutzbund ins Leben gerufen.
Wir sind nicht extrem. Wir meinen, dass der Mensch den ihm anvertrauten Tieren Leistungen abverlangen kann, die denen entsprechen, die auch die Natur bei einem Leben in Freiheit von ihnen fordern würde. Deshalb sagen wir „Ja“ zu fairer Leistungsanforderung, aber entschieden „Nein“ zur Quälerei. Der fehlende Schmerzschrei lässt Reiter und Tierfreunde die Grenze zwischen Leistung und Qual jedoch kaum erkennen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Europäischen Pferdeschutzbundes ist es daher, das Fehlen des Schmerzschreies bei Pferden auf breitester Ebene zu veröffentlichen - zur Sensibilisierung der Pferdehalter, der Reiter und der Zuschauer bei sportlichen Veranstaltungen.

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